Kühlleistung berechnen: Wie viel kW braucht Ihr Raum?

    Schema eines Raums als Quader mit den Maßen 25 m² Grundfläche und 2,60 m Deckenhöhe, daraus 65 m³ Raumvolumen. Daneben zwei Symbole für Zuschläge: ein Haus mit Dachschräge für das Dachgeschoss (plus 25 Prozent) und ein Fenster mit Sonne für große Südfenster (plus 15 Prozent).

    Was bedeutet Kühlleistung?

    Die Kühlleistung gibt an, wie viel Wärme ein Gerät aus dem Raum abführen kann. Sie wird in Kilowatt (kW) oder Watt (W) angegeben, 1 kW sind 1.000 W. Mit dem Stromverbrauch ist sie nicht zu verwechseln: Ein effizientes Gerät braucht deutlich weniger Strom, als es an Kühlleistung liefert. Wie gut ihm das gelingt, zeigt der SEER-Wert auf dem Energielabel.

    Manche, vor allem mobile Geräte werden in BTU/h angegeben, einer britischen Einheit. Zum Umrechnen: 1 kW entspricht rund 3.412 BTU/h.

    Faustformel 1: nach Raumvolumen (Stiftung Warentest)

    Raumvolumen in m³ × 30 = Kühlleistung in Watt

    Beispiel: Ein Raum mit 25 m² und 2,60 m Deckenhöhe hat 65 m³. 65 × 30 ergibt 1.950 Watt. Für genau diesen Raum nennt die Stiftung Warentest eine Anlage mit 2,5 kW.

    Die Formel berücksichtigt die Deckenhöhe und ist dadurch für Altbauten mit hohen Decken aussagekräftiger als eine reine Flächenrechnung.

    Faustformel 2: nach Fläche, mit Zuschlägen (KühlerKopf-Vergleicher)

    Im Vergleicher rechnen wir mit 70 Watt je Quadratmeter und schlagen einen Aufschlag auf, wenn ein Raum mehr Wärme aufnimmt als üblich:

    SituationZuschlag
    Dachgeschoss+ 25 %
    große Südfenster+ 15 %
    Altbau oder schlechte Dämmung+ 15 %

    Beispiele für einen 25-m²-Raum:

    • normaler Raum: 25 × 70 W = 1.750 W, also rund 1,8 kW
    • im Dachgeschoss: 1.750 W × 1,25 = rund 2,2 kW
    • mit großen Südfenstern: 1.750 W × 1,15 = rund 2,0 kW

    Die 70 W/m² und die Zuschläge sind Annahmen von KühlerKopf. Woraus wir sie abgeleitet haben und warum wir bewusst eher vorsichtig rechnen, erklären wir offen auf unserer Methodik-Seite.

    Warum zwei Formeln unterschiedliche Werte liefern

    Beide Formeln sind Näherungen. Die Stiftung Warentest geht vom Raumvolumen aus, wir von der Fläche und den typischen Wärmequellen. Für normale Räume liegen die Ergebnisse nah beieinander. Deutliche Unterschiede entstehen vor allem bei sehr hohen Decken oder stark besonnten Räumen – genau dort lohnt sich der genaue Blick eines Fachbetriebs.

    Was keine Faustformel kann

    Wie viel Wärme tatsächlich in einen Raum kommt, hängt von vielen Dingen ab: Fenstergröße und Ausrichtung, Dämmung, Lage im Gebäude und Wärmequellen im Raum wie Computer oder Personen. Die Verbraucherzentrale rät deshalb, die Auswahl mit Unterstützung einer qualifizierten Fachkraft zu treffen. Die normgerechte Kühllastberechnung (VDI 2078) gehört in die Hand des Fachbetriebs, der die Anlage auch montiert.

    Unsere Empfehlung: Nutzen Sie die Faustformel, um den Rahmen zu kennen und Angebote einordnen zu können. Lassen Sie sich die gewählte Leistung im Angebot begründen.

    Mehrere Räume

    Rechnen Sie jeden Raum einzeln. Für mehrere Räume kommen mehrere Einzelgeräte oder eine Multi-Split-Anlage mit einem Außengerät und mehreren Innengeräten infrage. Im Vergleicher können Sie mehrere Räume in einem Durchlauf angeben.

    Häufige Fragen

    Quellen

    Redaktion KühlerKopf · Veröffentlicht am 21. September 2026 · Zuletzt geprüft am 21. September 2026

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