Zu heiß zum Arbeiten, zu warm zum Schlafen: Klimaanlage für Homeoffice und Kinderzimmer

    Querschnitt durch zwei nebeneinander liegende Räume in Nachtblau. Links ein Schreibtisch mit Bildschirm und Laptop, darüber kleine Wärmewellen. Rechts ein Kinderbett mit leichter Decke. In beiden Räumen hängt ein schlichtes, eisblaues Wand-Innengerät; die Luftpfeile zeigen am Bett vorbei, nicht auf das Bett.
    Zwei Räume, zwei Anforderungen: Im Arbeitszimmer heizen Geräte mit, im Kinderzimmer zählen Ruhe und sanfte Kühlung.

    Homeoffice: Welche Regeln gelten bei Hitze?

    Telearbeitsplatz oder mobiles Arbeiten?

    Für die Frage, ob Arbeitsschutzregeln zur Raumtemperatur gelten, kommt es auf die Art des Homeoffice an.

    • Telearbeitsplatz: Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) definiert ihn als Bildschirmarbeitsplatz, den der Arbeitgeber fest im Privatbereich der Beschäftigten eingerichtet hat, mit vereinbarter Wochenarbeitszeit und Dauer (§ 2 Abs. 7 ArbStättV). Für solche Plätze gelten laut § 1 Abs. 3 ArbStättV nur einzelne Teile der Verordnung: die erstmalige Gefährdungsbeurteilung, die Unterweisung und die Anforderungen an Bildschirmarbeitsplätze. Die Vorgaben zur Raumtemperatur gehören nach dem Wortlaut nicht dazu.
    • Mobiles Arbeiten: Wer ohne eingerichteten Telearbeitsplatz von zu Hause arbeitet, arbeitet mobil. Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) unterliegt mobiles Arbeiten nicht der Arbeitsstättenverordnung. Das Arbeitsschutzgesetz gilt aber auch hier, betont das Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz NRW.

    Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) fasst zusammen: Die Regeln und Verantwortlichkeiten im Arbeitsschutz gelten auch im Homeoffice. Wenn es in Ihrem Arbeitszimmer regelmäßig zu heiß wird, sprechen Sie das deshalb bei Ihrem Arbeitgeber an.

    Die Werte aus dem Büro als Orientierung

    Für Arbeitsräume im Betrieb konkretisiert die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.5 „Raumtemperatur“ (Ausgabe Juni 2010, zuletzt geändert 2022), was bei Hitze zu tun ist. Auch wenn sie im Homeoffice meist nicht unmittelbar gilt, zeigt sie gut, ab wann Hitze die Arbeit belastet:

    RaumtemperaturWas die ASR A3.5 für Arbeitsräume vorsieht
    über 26 °CDer Arbeitgeber soll zusätzliche Maßnahmen ergreifen, zum Beispiel elektrische Geräte nur bei Bedarf betreiben. Geeignete Getränke sollen bereitgestellt werden.
    über 30 °CWirksame Maßnahmen nach Gefährdungsbeurteilung sind Pflicht. Getränke müssen bereitgestellt werden.
    über 35 °CDer Raum ist ohne besondere technische oder organisatorische Maßnahmen für diese Zeit nicht als Arbeitsraum geeignet.

    Quelle: ASR A3.5, Nr. 4.4 und Tabelle 4. Die 26-°C-Stufe setzt unter anderem voraus, dass die Außentemperatur über 26 °C liegt und ein Sonnenschutz vorhanden ist. Das BMAS nennt als Beispiele für Maßnahmen ab 26 °C außenliegenden Sonnenschutz oder Lüftung.

    Warum Hitze die Arbeit schwer macht

    Das BIÖG beschreibt, dass Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit bei hohen Temperaturen eingeschränkt sind. Müdigkeit, Schwindel und Konzentrationsstörungen können hinzukommen. Das BMAS nennt ebenfalls eine geringere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit als Folge saisonaler Hitze.

    Im Arbeitszimmer kommt eine Wärmequelle hinzu, die im Schlafzimmer fehlt: die Technik. Das Umweltbundesamt (UBA) weist darauf hin, dass jedes laufende Elektrogerät zusätzliche Wärme erzeugt. Die ASR A3.5 nennt als Maßnahme ausdrücklich, elektrische Geräte nur bei Bedarf zu betreiben.

    Was im Homeoffice hilft

    • Hitze draußen halten: Außenliegender Sonnenschutz hält laut UBA 80 bis 90 Prozent der Sonneneinstrahlung ab, innenliegende Rollos nur 5 bis 45 Prozent.
    • Früh lüften, dann schließen: Lüften, solange es draußen kühler ist als drinnen, also nachts und früh morgens (UBA, BIÖG).
    • Geräte ausschalten, die Sie gerade nicht brauchen, zum Beispiel Drucker oder einen zweiten Bildschirm.
    • Arbeitszeit verschieben, wenn das möglich ist: Das BIÖG rät, anstrengende Tätigkeiten in die kühleren Morgen- und Abendstunden zu legen.
    • Klimaanlage: Wenn das Arbeitszimmer trotzdem regelmäßig über 26 °C liegt, kann eine Klimaanlage helfen. Für Räume, die Sie jeden Sommer viele Stunden nutzen, ist ein Split-Gerät laut UBA die effiziente Lösung; mobile Monoblöcke sind ineffizient und sollten nur ausnahmsweise genutzt werden. Mehr dazu in A-1 Split oder mobil.

    Die Laufzeit eines Homeoffice-Geräts ist oft lang. Rechnen Sie die Stromkosten vorher im Stromkosten-Check durch.

    Kinderzimmer: Warum Kinder besonders geschützt werden müssen

    Kinder vertragen Hitze schlechter

    Das BIÖG nennt zwei Gründe: Kinder schwitzen weniger als Erwachsene und geben dadurch weniger Wärme ab. Außerdem ist ihre Hautoberfläche im Verhältnis zum Körpergewicht größer. Je jünger ein Kind ist, desto empfindlicher reagiert es auf Hitze (BIÖG, kindergesundheit-info.de).

    Welche Temperatur ist richtig?

    • Bei Hitze: Für Säuglinge und Kleinkinder soll die Raumtemperatur laut BIÖG auch tagsüber nicht über 26 °C liegen, gerade in den Schlafräumen.
    • Normalerweise: Für den Schlaf von Babys und Kindern bis sechs Jahre nennt das BIÖG auf kindergesundheit-info.de eine Zimmertemperatur von etwa 18 °C. Diesen Wert erreicht man im Hochsommer oft nicht, und Sie müssen ihn mit der Klimaanlage auch nicht erzwingen. Wichtiger ist die Obergrenze von 26 °C.
    • Richtig prüfen: Ob Ihrem Kind zu warm ist, fühlen Sie laut BIÖG am besten zwischen den Schulterblättern unter dem Nacken.

    Hitze-Tipps für das Kinderzimmer

    Diese Empfehlungen stammen vom BIÖG und von kindergesundheit-info.de:

    • Im kühlsten Zimmer schlafen lassen. Das muss nicht das Kinderzimmer sein.
    • Tagsüber verschatten, nachts lüften.
    • Elektrische Geräte ausschalten, die Wärme erzeugen.
    • Ventilator nur mit Abstand: Er muss für Kinder unerreichbar sein und darf nicht direkt auf den Körper gerichtet werden. Ventilatoren sind laut BIÖG bis etwa 35 °C einsetzbar.

    Wenn eine Klimaanlage ins Kinderzimmer kommt

    Das BIÖG nennt für den Einsatz einer Klimaanlage bei Babys und Kindern drei Punkte:

    1. Nicht zu kalt einstellen, wegen der Erkältungsgefahr. Allgemein rät das BIÖG, höchstens 6 bis 8 °C unter der Außentemperatur zu kühlen, zum Beispiel bei 35 °C außen auf 27 bis 29 °C innen.
    2. Zugluft vermeiden: Manche Babys und Kleinkinder reagieren empfindlich darauf. Richten Sie den Luftstrom nicht auf das Bett.
    3. Regelmäßig warten und reinigen lassen. Was dazu gehört, steht in B-2 Klimaanlage reinigen und warten.

    Außerdem wichtig:

    • Leise zählt doppelt. Kinder sollen zur Einschlafzeit keinem Lärm ausgesetzt sein (kindergesundheit-info.de). Mobile Monoblöcke beschreibt die Stiftung Warentest als eher laut; nachts kann das stören. Bei Split-Geräten steht der laute Verdichter draußen. Wie Sie leise Geräte erkennen, erklärt A-3 Schlafzimmer.
    • Sicherheit bei mobilen Geräten: Der TÜV-Verband rät, mobile Klimageräte direkt an einer fest installierten Steckdose zu betreiben, nicht an Mehrfachsteckdosen oder Kabeltrommeln, die überhitzen können. Viele Geräte enthalten das brennbare Kältemittel Propan und dürfen deshalb nicht in der Nähe offener Flammen laufen. Achten Sie auf das GS-Zeichen.
    • Das Fenster bleibt offen: Bei mobilen Geräten mit Abluftschlauch lässt sich das Fenster oft nicht ganz schließen. Der TÜV-Verband weist darauf hin, dass das gerade für Familien mit kleinen Kindern relevant sein kann.
    • Stromkosten im Blick: Das BIÖG rät, beim Einsatz einer Klimaanlage Stromverbrauch und Kosten zu beachten.

    Warnzeichen kennen

    Bei Hitzeerschöpfung zeigen Kinder laut kindergesundheit-info.de zum Beispiel starkes Schwitzen, kühle Haut, ein gerötetes Gesicht und trockene Lippen. Bei einem Hitzschlag ist die Körpertemperatur erhöht, die Haut ist heiß und rot, schwitzt aber nicht. Dann rufen Sie sofort den Notruf 112 (BIÖG). Mehr zu Hitze und Gesundheit lesen Sie in H-4.

    Ein Gerät für zwei Räume?

    Liegen Arbeitszimmer und Kinderzimmer nebeneinander, kann eine Multi-Split-Anlage mit einem Außengerät infrage kommen. Wann sich das lohnt und welche Nachteile es gibt, erklärt A-4 Multi-Split. Welche Kühlleistung jeder Raum braucht, zeigt A-2 Kühlleistung berechnen. Der KühlerKopf-Vergleicher rechnet mehrere Räume in einem Durchgang.

    Häufige Fragen

    Quellen

    Redaktion KühlerKopf · Veröffentlicht am 25. September 2026 · Zuletzt geprüft am 24. September 2026

    Keine Rechtsberatung, kein Ersatz für ärztlichen Rat. Im Notfall wählen Sie 112.

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