Kühlen per Zuruf: Was eine smarte Klimaanlage kann – und was Sie vor dem Kauf prüfen sollten

    Ein Wohnraum im Querschnitt in Nachtblau. An der Wand ein eisblaues Split-Innengerät, davor ein Smartphone mit einer Temperaturanzeige und ein kleiner runder Lautsprecher mit Sprechblase. Dünne eisblaue Wellenlinien verbinden Smartphone, Lautsprecher und Innengerät mit einem WLAN-Router. Keine Personen, keine Marken.
    App, Sprachassistent oder beides: Welche Wege gehen, bestimmt der Hersteller Ihres Geräts.

    Drei Wege, eine Klimaanlage smart zu steuern

    1. Die App des Herstellers. Das ist der häufigste Weg. Das Gerät verbindet sich über das drahtlose Heimnetz (WLAN) mit dem Internet, die App läuft auf dem Smartphone. Die Verbraucherzentrale beschreibt das als typisch für Smart-Home-Geräte: Sie werden meist per App gesteuert. Die Daten liegen oft in einer Cloud beim Hersteller oder bei Drittanbietern. Bei manchen Geräten ist WLAN eingebaut, bei anderen kann ein Adapter des Herstellers nachgerüstet werden. Panasonic nennt dafür zum Beispiel einen eigenen WLAN-Adapter, Mitsubishi Electric setzt für seine App bestimmte Adapter des Herstellers voraus.

    2. Sprachassistent oder Smart-Home-Zentrale. Viele Hersteller-Apps lassen sich mit Amazon Alexa, Google Home oder anderen Plattformen koppeln. Dann können Sie zum Beispiel per Sprache die Temperatur ändern. Welche Plattformen offiziell gehen, sagt nur der Hersteller.

    3. Matter. Matter ist ein gemeinsamer Standard, mit dem Geräte verschiedener Hersteller in unterschiedlichen Smart-Home-Systemen funktionieren sollen. Die Connectivity Standards Alliance, die den Standard herausgibt, hat Raumklimageräte mit Version 1.2 im Oktober 2023 aufgenommen, mit Steuerung von Temperatur und Lüftermodus.

    Was Daikin, Mitsubishi Electric und Panasonic angeben

    Stand 26.09.2026, jeweils laut eigener Herstellerseite. Wir nennen nur, was dort ausdrücklich steht.

    HerstellerAppSprachassistent laut HerstellerMatter
    DaikinOnectaAmazon Alexa, Google Assistantkeine Angabe gefunden
    Mitsubishi ElectricMELCloud HomeAmazon Alexakeine Angabe gefunden
    PanasonicComfort CloudGoogle Home, Amazon Alexakeine Angabe gefunden

    Alle drei Apps bieten laut Herstellern Zeitpläne. Daikin und Panasonic zeigen außerdem den Energieverbrauch an. Mitsubishi Electric schreibt, dass MELCloud Home die frühere MELCloud-App ersetzt. Panasonic nennt für die Sprachsteuerung vier Grundfunktionen: Ein und Aus, Betriebsart, Temperatur und Status.

    „Keine Angabe gefunden“ heißt nicht, dass es keine Lösung gibt. Es heißt, dass der Hersteller es auf seiner Seite nicht ausdrücklich nennt. Fragen Sie im Zweifel vor dem Kauf nach, am besten schriftlich.

    Matter: Was die Plattformen sagen

    Auf Seiten der Smart-Home-Plattformen sieht es so aus:

    • Apple nennt in seiner Hilfe Klimaanlagen ausdrücklich unter dem Matter-Zubehör, das die Home-App unterstützt. Voraussetzung ist iOS 18 oder neuer.
    • Amazon führt in seiner Entwicklerdokumentation den Matter-Gerätetyp „Raumklimagerät“ mit Ein, Aus und Temperatur.
    • Google nennt Raumklimageräte in seiner Hilfe unter der Matter-Unterstützung. In der Liste für Entwickler (Stand Dezember 2024) fehlt der Gerätetyp aber. Die Angaben widersprechen sich also.

    Für Sie heißt das: Matter ist bei Klimaanlagen noch jung. Verlassen Sie sich nicht auf das Logo allein, sondern prüfen Sie, welche Funktionen Ihr Gerät in Ihrem System tatsächlich anbietet.

    Spart eine smarte Klimaanlage Strom?

    Nicht automatisch. Die Verbraucherzentrale hält Herstellerangaben zur Energieersparnis durch Smart Home für kritisch und teils überzogen. Auf Komfort ausgelegte Lösungen können den Stromverbrauch sogar erhöhen. Das Umweltbundesamt (UBA) warnt allgemein: Der Komfort einer Klimaanlage verleitet zu langen Laufzeiten, und dann steigt der Verbrauch.

    Nützlich wird die Technik, wenn Sie sie für diese Tipps einsetzen:

    • Timer und Nachtbetrieb nutzen. Das empfiehlt der ADAC für den effizienten Betrieb.
    • Nur bei Bedarf einschalten, zum Beispiel einige Zeit vor dem Schlafengehen (Verbraucherzentrale). Per App geht das auch von unterwegs.
    • Ausschalten nicht vergessen (UBA). Ein Zeitplan erledigt das zuverlässig.
    • Nicht stärker kühlen als nötig. Jedes Grad weniger kostet Strom. Wie weit Sie unter die Außentemperatur kühlen sollten, erklärt der Ratgeber „Hitze und Gesundheit“.

    Wie viel Strom Ihre Anlage braucht, erklärt der Ratgeber „Stromverbrauch einer Klimaanlage“. Ihre Kosten schätzt der Stromkosten-Check.

    Sicher einrichten

    Eine vernetzte Klimaanlage ist ein Gerät im Internet. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät:

    • Eigenes Passwort beim Einrichten vergeben, mindestens acht Zeichen.
    • Automatische Updates einschalten. Geräte ohne Updates sind laut BSI ein Sicherheitsrisiko.
    • Eigenes WLAN für vernetzte Geräte einrichten, zum Beispiel ein Gäste-WLAN, das nur für diese Geräte genutzt wird.
    • Schon vor dem Kauf darauf achten, ob der Hersteller Sicherheitsupdates für die übliche Nutzungsdauer zusagt.

    Die Verbraucherzentrale empfiehlt zusätzlich eine Zwei-Faktor-Anmeldung, wo es sie gibt, und getrennte Netze für Computer und Smart Home.

    Was die EU vorschreibt: Seit dem 1. August 2025 gelten Mindestanforderungen an die Cybersicherheit für neue Funkgeräte, die mit dem Internet verbunden sind. Erst wenn ein Gerät sie erfüllt, darf es das CE-Kennzeichen tragen, mit dem der Hersteller bestätigt, dass sein Produkt die EU-Vorgaben einhält. Grundlage ist die Delegierte Verordnung (EU) 2022/30 in der Fassung der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2444. Ab dem 11. Dezember 2027 gelten außerdem die Hauptpflichten der EU-Cyberresilienz-Verordnung, amtlich Verordnung (EU) 2024/2847, für vernetzte Produkte.

    Datenschutz: Die Stiftung Warentest prüft in ihrem Klimageräte-Test 2026 auch, welche Daten die Apps senden und ob die Datenschutzerklärung Mängel hat. Ausgewählt wurden dafür per App steuerbare Single-Split-Geräte.

    Worauf Sie vor dem Kauf achten sollten

    1. App vorhanden? Hat das Gerät WLAN eingebaut, oder brauchen Sie einen Adapter des Herstellers?
    2. Ihre Plattform dabei? Prüfen Sie auf der Herstellerseite, ob Ihr System (Alexa, Google Home, Apple Home, SmartThings) ausdrücklich genannt ist.
    3. Matter? Wenn Ihnen Matter wichtig ist: schriftlich bestätigen lassen, welche Funktionen unterstützt werden.
    4. Updates zugesagt? Wie lange liefert der Hersteller Sicherheitsupdates?
    5. Funktioniert es auch ohne Internet? Die Fernbedienung sollte die Grundfunktionen immer abdecken.

    Im KühlerKopf-Vergleicher können Sie „Smart-Home“ als Wunsch angeben. Wir zeigen dann nur Geräte, bei denen eine WLAN- oder Smart-Home-Funktion belegt ist, und sagen es offen, wenn keines passt.

    Häufige Fragen

    Quellen

    Redaktion KühlerKopf · Veröffentlicht am 26. September 2026

    Herstellerangaben Stand 26.09.2026, sie ändern sich häufig.

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