Split-Leistung ohne Bohren? Was eine mobile Split-Klimaanlage kann – und wo ihre Grenzen liegen
Was ist eine mobile Split-Klimaanlage?
Mobile Split-Geräte stehen laut Verbraucherzentrale zwischen Monoblock und fest installierter Split-Anlage:
- Innengerät im Raum, oft auf Rollen.
- Außengerät mit dem Verdichter, das auf dem Balkon, der Terrasse oder vor dem Fenster steht.
- Verbindungsleitung, werkseitig mit Kältemittel befüllt. Sie führt durch ein gekipptes Fenster oder eine Balkontür.
Ein bekanntes Beispiel ist die Midea PortaSplit. Laut Hersteller ist ihre Leitung nur 2,7 cm dick; der Abluftschlauch eines Monoblocks hat laut Stiftung Warentest rund 15 cm Durchmesser.
Vorteile gegenüber Monoblock und fester Anlage
| Merkmal | Monoblock | Mobile Split | Feste Split-Anlage |
|---|---|---|---|
| Aufbau | selbst, Schlauch durchs Fenster | selbst, Leitung durchs Fenster | nur zertifizierter Fachbetrieb, Wanddurchbruch |
| Lautstärke im Raum | laut, Verdichter im Raum | leiser als Monoblock (Verbraucherzentrale) | leise, Verdichter draußen |
| Effizienz | gering | meist effizienter als Monoblock (Verbraucherzentrale) | hoch |
| Fensterspalt | ja, großer Schlauch | ja, dünne Leitung | nein |
| Mitnehmen | ja | ja | nein |
Unterdruck: Ein Monoblock mit einem Schlauch bläst Luft nach draußen, dadurch strömt laut Verbraucherzentrale warme Außenluft nach. Bei der mobilen Split-Anlage bleibt die Raumluft im Raum; nur der schmale Fensterspalt lässt noch Wärme herein.
Einschätzung der Stiftung Warentest: Das mobile Split-Gerät soll die Vorteile beider Bauarten verbinden, braucht keinen Wanddurchbruch und ist besonders für Mieter interessant. Die PortaSplit hat die Stiftung Warentest 2025 als erstes Gerät dieser Art getestet. Das Testurteil und die Messwerte sind kostenpflichtig; wir geben sie hier nicht wieder.
Dürfen Sie das selbst aufstellen?
Ja. Weil der Kältemittelkreis geschlossen geliefert wird, dürfen Laien mobile Split-Geräte laut Verbraucherzentrale ohne Kältetechnik-Fachbetrieb aufstellen. Soll das Gerät dauerhaft installiert werden, schreibt Midea einen qualifizierten Installateur vor.
Der Unterschied zur festen Anlage: Fest installierte Split-Anlagen darf nur ein Fachbetrieb montieren. Bei ihnen werden die Kältemittelleitungen vor Ort verbunden. Mehr dazu im Ratgeber „Split-Klimaanlage online kaufen und montieren lassen“.
Mietwohnung: Wird das Außengerät fest an der Fassade oder am Balkon befestigt, ist laut Verbraucherzentrale auch bei mobilen Split-Geräten die Zustimmung des Vermieters nötig. Für das Außengerät gelten zudem die Lärmregeln der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm). Der ADAC rät Mietern allgemein, vor einer Installation mit dem Vermieter zu sprechen. Mehr im Ratgeber „Klimaanlage in der Mietwohnung“.
Die Midea PortaSplit in Zahlen (laut Hersteller)
| Merkmal | PortaSplit | PortaSplit Cool |
|---|---|---|
| Kühlleistung | 3,5 kW | 2,35 kW |
| Heizen | ja, 3,5 kW | nein |
| Effizienz Kühlen | SEER 6,1 (A++) | SEER 6,1 (A++) |
| Raumgröße laut Hersteller | bis 42 m² | bis 28 m² |
| Schallleistung innen / außen | 59 / 62 dB | 58 / 61 dB |
| Kältemittel | R32 | keine Herstellerangabe gefunden |
Weitere Herstellerangaben: Die Leitung ist 2 Meter lang und lässt sich nicht verlängern. Kühlen ist bei 10 bis 45 °C Außentemperatur möglich, Heizen bei −10 bis +24 °C. Halterung und Geräte werden laut Anleitung mit dem mitgelieferten Stahlseil gegen Herunterfallen gesichert. Bei Sturm oder starkem Wind müssen Halterung und Außengerät laut Anleitung abgenommen werden.
Preis: Die Stiftung Warentest nennt einen mittleren Preis von rund 873 Euro (Preisstand April 2026). Die geprüften Split-Geräte kosteten laut Stiftung Warentest rund 870 bis 1.960 Euro, die PortaSplit lag damit am unteren Ende.
Kältemittel: Die aktuelle PortaSplit arbeitet mit dem fluorierten Kältemittel R32, rund 620 Gramm. Midea hat angekündigt, 2027 eine Fassung mit dem natürlichen Kältemittel Propan (R290) auf den Markt zu bringen. Geräte mit R32 dürfen laut Midea noch bis Ende 2026 in Verkehr gebracht und danach weiter genutzt werden. Was sich bei Kältemitteln ändert, erklärt der Ratgeber „Kältemittel R32 und R290“.
Andere Anbieter: Weitere Geräte dieser Bauart gibt es, etwa von REMKO und Argoclima. Sie arbeiten teils mit Schnellkupplungen oder Verlängerungen. Ob Laien sie ohne Fachbetrieb aufstellen dürfen, geht aus den Herstellerseiten nicht klar hervor – fragen Sie vor dem Kauf nach.
Die Grenzen
- Kurze Leitung: Das Innengerät muss nah am Fenster oder an der Balkontür stehen. Bei der PortaSplit sind es 2 Meter, laut Anleitung mit mindestens 25 cm Abstand zur Wand.
- Fensterspalt: Laut Verbraucherzentrale gelten grundsätzlich dieselben Punkte wie beim Monoblock, weil die Leitung durch einen Spalt läuft – nur ist er kleiner.
- Lärm draußen: Die Stiftung Warentest weist bei Split-Geräten darauf hin, dass Verdichter und Ventilator auf dem Balkon stören können. Denken Sie an die Nachbarn; mehr im Ratgeber „Wie laut darf das Außengerät sein?“.
- Sicherer Stand: Das Außengerät muss gegen Umfallen und Herabfallen gesichert sein.
- Kleine Auswahl: Die Modellauswahl ist laut Verbraucherzentrale kleiner als bei anderen Bauarten.
- Gewicht: Laut Stiftung Warentest wiegt das Innengerät der PortaSplit rund 33 kg, das Außengerät rund 11 kg.
Für wen passt eine mobile Split-Klimaanlage?
Unsere Einschätzung: Sie passt gut, wenn Sie zur Miete wohnen oder keine Wand durchbohren möchten, einen Raum bis etwa zur Größe laut Hersteller kühlen wollen, einen Balkon oder ein geeignetes Fenster haben und ein leiseres, effizienteres Gerät als einen Monoblock suchen. Wer dauerhaft mehrere Räume kühlen möchte oder die Wohnung besitzt, fährt mit einer festen Split-Anlage meist besser. Welche Lösung zu Ihren Räumen passt, zeigt der KühlerKopf-Vergleicher.
Häufige Fragen
Ja. Weil der Kältemittelkreis geschlossen geliefert wird, dürfen Laien sie laut Verbraucherzentrale ohne Fachbetrieb aufstellen.
Wird das Außengerät fest an Fassade oder Balkon montiert, ja. Stellen Sie es nur auf, sprechen Sie trotzdem vorher mit dem Vermieter.
Im Raum meist ja, weil der Verdichter draußen steht. Das Außengerät kann auf dem Balkon aber hörbar sein.
Die aktuelle Fassung arbeitet mit R32. Midea hat eine Fassung mit R290 für 2027 angekündigt.
Die Stiftung Warentest nennt für die PortaSplit einen mittleren Preis von rund 873 Euro (Stand April 2026).
Quellen
- Verbraucherzentrale, „Klimaanlage installieren: Was ist zu beachten?“, Stand 04.08.2026 (öffnet in neuem Tab) (abgerufen am 26. September 2026)
- Stiftung Warentest, „Klimageräte im Test“, 27.05.2026, aktualisiert 19.08.2026 (öffnet in neuem Tab) (abgerufen am 26. September 2026)
- Stiftung Warentest, „Klimaanlage – Auswahl, Montage und Alternativen“, 27.05.2026 (öffnet in neuem Tab) (abgerufen am 26. September 2026)
- Stiftung Warentest, Produktseite Midea Portasplit, Preisstand 23.04.2026, korrigiert 30.06.2026 (öffnet in neuem Tab) (abgerufen am 26. September 2026)
- ADAC, „Hitzeschutz“, Stand 16.07.2026 (öffnet in neuem Tab) (abgerufen am 26. September 2026)
- Verordnung (EU) 2024/573 über fluorierte Treibhausgase, Art. 3 Nr. 9 und Art. 11 Abs. 7 (öffnet in neuem Tab) (abgerufen am 26. September 2026)
- Midea, PortaSplit, Stand ca. 23.09.2026: www.midea.com/de/klimatisieren-heizen/portasplit (öffnet in neuem Tab) (Produktseite) · www.midea.com/de/klimatisieren-heizen/portasplit/produktinfos.portasplit (öffnet in neuem Tab) (Produktinfos) (abgerufen am 26. September 2026)
- Midea, Handbuch PortaSplit (öffnet in neuem Tab) (abgerufen am 26. September 2026)
- Midea, Produktseite PortaSplit Cool, Stand 24.09.2026 (öffnet in neuem Tab) (abgerufen am 26. September 2026)
- Midea, Pressemitteilung „Midea führt PortaSplit 2027 mit R290 fort“, September 2026 (öffnet in neuem Tab) (abgerufen am 26. September 2026)
- REMKO, RKL DC (öffnet in neuem Tab) (abgerufen am 26. September 2026)
- Argoclima, Argo Ulisse Eco (öffnet in neuem Tab) (abgerufen am 26. September 2026)
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